Qualität vor Quantität
Brennmeister Schär
Anders als andere Branntweine braucht Whisky eine längere Lagerzeit. «Mindestens drei Jahre müssen es sein», weiss Konrad Schär. Natürlich bietet er auch mehrjährigen Whisky an, zehn- oder gar zwölfjährigen. Seit über 19 Jahren brennt nun schon Konrad Schär seinen Whisky.
Inzwischen macht der Whisky ein Drittel seines Verkaufs bei den Branntweinen aus. Und erste Auszeichnungen hat er dafür auch schon erhalten. Für seinen «Weidhöfer Single Malt Whisky» setzt er auf die Tradition der Iren und Schotten. Das bedeutet, dass nur Gerste (und Malz) gebrannt wird, und nicht auch Mais, wie es die Amerikaner bei ihrem «Whiskey» tun. Schär kauft die gemälzte Gerste bei einer Ostschweizer Bierbrauerei ein. Bewusst hat er auf Kontakte mit einer kleinen Brauerei gesetzt, weil er als Klein-Brenner auf grösseres Verständnis für sein Anliegen zählen konnte.
Den zweiten Grundstoff, das Wasser, hat Schär in unmittelbarer Nähe in sehr guter Qualität. Dieses setzt er der gemälzten und getrockneten Gerste bei. Für seinen Whisky hat Schär nicht etwa neue Fässer herstellen lassen. Er hat übers Internet und Beziehungen gebrauchte Fässer erworben.
Bei unserem Besuch putzt und revidiert Schärs Vater Hansruedi drei soeben angelieferte Fässer. Der Geschmack des Whiskys hängt wesentlich vom Eichenfass ab. Deshalb lagert Konrad Schär seinen Single Mal abwechslungsweise in Rotwein-Fässern aus dem Burgund, Sherry-Fässern aus Spanien und Bourbon-Fässern aus den USA.
Hohe Noten für seinen Whisky
Ein Whisky-Brenner braucht Geduld. Die bringt der leidenschaftliche Brenner Konrad Schär mit. Bereits hat er anerkannte Auszeichnungen erhalten. Sein Whisky wurde mit 86 Punkten sehr hoch benotet. Er wurde dabei wie folgt beschrieben: «bernsteinfarben, fruchtig, beerig, traubig mit Feigen, würziger Vanille- und Caramel-Geschmack, leicht rauchig, lang anhaltend». Diese Qualität schätzt auch seine stetig wachsende Kundschaft. Überhaupt ist Schär ein erfolgreicher Brenner. Nicht ohne Stolz sagt er: «2011 habe ich zehn Branntweine zur Benotung eingereicht, und alle zehn wurden prämiert.»
BZ vom 04.12.2012
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